Gegenseren

Die klassische Produktion von Gegenseren erfolgt indem Pferden zunächst geringe Mengen von Schlangengift injiziert werden. Durch langsame Steigerung der Dosis entwickeln sich im Blut des Tieres Eiweis- verbindungen, die isoliert werden können. Das so hergestellte Antiserum ist jedoch nicht spezifisch genug und kann beim Menschen unter Umständen selbst sogar lebensbedrohliche allergische Reaktionen auslösen.

Einem Bericht der “Frankfurter Rundschau” zufolge arbeiten britische Wissenschaftler zur Zeit daran, Antikörper gegen Schlangengifte aus Zellkulturen von Mäusen zu gewinnen. In Versuchen wurde ein tödliches Enzym der Jararacaschlange (Bothrops jararaca) isoliert und anschließend in die Haut von Mäusen “geschossen”. In der Folge entwickelten die getroffenen Zellen Antikörper als Teil des körpereigenen Immunsystems, welche die Wirkung des Enzyms verhindert und gleichzeitig mit dessen Zerstörung beginnt. Nach den erfolgreichen Versuchen mit Mäusen hoffen die Wissenschaftler im weiteren mit Hilfe gentechnisch veränderter Tiere die passenden menschlichen Antikörper herstellen zu können.

Die Jararacaschlange gehört zu den Lanzenkopf-Vipern und produziert einen ganzen Cocktail von Verbindungen, von denen nur das “Jararahagin” genannte Enzym in die Mäusezellen gebracht wurde. Dieses greift die Auskleidung der Blutbahnen und Bestandteile des Blutplasmas an und führt zu schweren inneren Blutungen mit Todesfolge. Die jetzt gewonnenen Antikörper verhindern nur diese eine Wirkungsweise, nicht jedoch alle anderen. Berücksichtigt man die Tatsache, dass die Zusammensetzung des Giftes von Art zu Art variiert und die Herstellung von Gegenseren jeweils auf diese abgestimmt werden muß, so ist auch in Zukunft die Wahrscheinlichkeit, 100%ig wirksame Gegenseren entwickeln und somit erwerben zu können als eher niedrig einzuschätzen.  
 

Mehr über Schlangengifte :

             Das Gift   Medizin   Bisse

Das Gift