Medizin

Sich die Wirkung von Schlangengiften zu Nutzen zu machen wird seit alters her versucht. Entweder als ganzes Tier eingelegt oder aber zerstückelt sollten die Gifte und deren Eigenschaften an die umgeb- ende Flüssigkeit abgegeben und so verfügbar gemacht werden. Noch heute gibt es den “Vipernalkohol”, der in einigen ländlichen Gebieten als Relikt aus grauer Vorzeit erhalten blieb.
 

Erst seit wenigen Jahrzehnten ist es möglich, genaue biochemische und pharmakologische Analysen durchzuführen, die Aufschluß darüber geben, welche Bestandteile des Schlangengiftes auch medizinisch einsetzbar sind. Die so bisher gewonnen Erkenntnisse wurden beispielsweise dadurch umgesetzt, dass Bestandteile von Schlangengiften zur Behandlung von Blutgerinnseln genutzt werden. Auch in der medikamentösen Behandlung von Blutdruckerkrankungen kommen Giftbestandteile zum Einsatz. Ebenso werden verschiedene Diagnosen mit Hilfe von Schlangengiften durchgeführt, manche beruhen ausschließlich auf der Kenntnis ihrer Wirkungsweise. Seit längerem ist auch bekannt, dass einige Schlangengifte erfolgreich zur Behandlung von Virusinfektionen und neurologischen Störungen eingesetzt werden können. Seit kurzem wird versucht, die gewebezerstörende Wirkung u.a. von Viperngiften für die Krebsbekämpfung nutzbar zu machen. Die Forschung auf diesem Gebiet befindet sich allerdings noch in den Anfängen.

Daran ändern auch solche beispielhaften Erfolgsmeldungen wie diese aus dem August 2001 nichts:

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Das Gift